Martinique und die Grenadines
April 1999

Der Segeltörn
Wetter könnte noch besser werden?! Wo ist denn hier Helgoland?

1. Martinique - Bequia: Nach gründlicher Vorbereitung wird abends der Hafen von Le Marin verlassen und ein Schlag von über 100 Seemeilen nach Bequia in Nachtfahrt überwunden. Jetzt konnte man sich so richtig mit den einheimischen Gewohnheiten vertraut machen, im Hafen schwirrt sofort ein Motorboot an und man darf ein paar Dollars für die Anwesenheit im Hafen, in der Komfortversion sogar für eine eigene Boje abdrücken.
War vielleicht doch gut, dass der Skipper vorab ein Riesenbündel 1-Dollarnoten besorgt hatte, Wechselgeld kennen die hier nämlich nicht! An Land gibt es dann auch jede Menge Gelegenheiten seine Barschaft quitt zu werden, verkauft wurde so ziemlich alles. Es gab aber auch dankbarere Kunden als uns, die rückten denn auch in einem grösseren Schiff an. Das sah zwar auf den ersten Blick fast nach einem Segelschiff aus, die Segelmasten hatten aber so viel Funktion wie der Ralleystreifen am Manta?!
Cluburlauber ole!


2. Bequia - Union Island: Diesmal war es nicht so weit, dafür ist man in kurzen Schauern so richtig nass geworden. Union Island hatte einen Riesenvorteil, einen Steg direkt am Ufer, man musste nicht mit dem Beiboot übersetzen.
Man sollte sich aber auch nicht über Fluglärm beschweren, etwa jede halbe Stunde rauschte ein kleines Flugzeug knapp über Strom- und Segelmasten ein und landete ein paar Meter weiter...
Aber auch sonst gab es in Union Island viel zu sehen. Da war die Bar in der man nachmittags nur nach einer Bank fragen wollte. Es roch dort ziemlich seltsam und der Angesprochene konnte kaum noch aus seinen roten Augen gucken und sich auch nicht so richtig artikulieren. War es nicht das, wovor wir vorher ausdrücklich gewarnt wurden?!
Köpfe runter!

Auch nicht schlecht: Das Restaurant, vor dem ein Becken mit Riesenhaien war. Auf einer schmalen Mauer konnte man das Becken trockenen Fusses umqueren, der andere Weg zurück war erheblich länger?! Noch besser: das andere Restaurant. Die hatten eigentlich ganz passables Essen und auch (für hier) normale Preise. Man sollte aber nichts bestellen, was nicht auf der Karte steht, sonst zahlt man für einen Calvados leicht mal über 30DM!
Aber das Beste an Union Island: die Fahrt von 10Minuten mit einem Schnellboot rüber zu Palm Island! Hier werden Katalogträume wahr!!!
Da lacht sogar der Bootsführer! Hier kann man es aushalten!!!

Da wollen andere immer in das Paradies?!

3. Union Island - Tobago Cays: Keine weite Strecke, auch wenn man sich ziemlich ab vom Schuss vorkam! Eine kleine Ansammlung unbewohnter Inselchen, die zwischen sich aber ein sehenswertes Riff hatten, wo doch alle zumindest mal schnorcheln wollten!
Und so einsam, wie man anfangs dachte, war man hier auch nicht! Da gab es Jungs wie "Free Willy", die sausten den ganzen Tag mit ihren Motorbooten zwischen den Touristenkähnen hin und her. Und die erfüllten jeden Wunsch, die hatten nicht nur frisches Obst und Brot, die hatten auch mal eine dunkelhäutige Schönheit im Boot sitzen.
Tobago Cays Es grünt so grün
Da schwimmt das Abendessen! Einfach Free Willi rufen, Kanal 16!

4. Tobago Cays - Mustique: Wenn man schon mal in der Gegend ist, muss man hier einfach einkehren! Das liegt weniger in der Tatsache, dass sich hier David Bowie, Mick Jagger und andere nicht minder bekannte Leute in weithin sichtbar rosaroten Villen niedergelassen haben. Vielmehr muss man mal in Basil's Bar gewesen sein, auf Pfählen in das Meer hineingebaut wurde hier ein recht nobles Etablissement mit hervorragenden Cocktails und ausgezeichnetem Essen. Das hat aber auch seinen Preis, mit fünf Leuten gerade mal ein Häppchen gegessen und ein bisschen was getrunken, schon waren 245 Dollar weg. Und da waren die Cocktails noch gar nicht dabei...
So schön ist das nicht überall! Aua Konto!

5. Mustique - St. Vincent: Auf dem Rückweg nach St. Vincent wurde dann nochmal in einer echten Traumlandschaft mit ein paar Hütten halt gemacht. Hier gab es hervorragenden Lobster, den auch fast alle genossen haben.
Lobster Wo sind Robinson Crusoe und Freitag?
Bei Landausflügen konnte man dann auch mal feststellen, wie grün doch so eine Tropeninsel sein kann!
Wer geht denn jetzt Bier holen? Wer hat hier das Kulturprogramm bestellt?

6. St. Vincent - St. Lucia: Schon von weitem kann man die Wahrzeichen von St. Lucia sehen, die Pitons, zwei (vorübergehend) stillgelegte Vulkankrater. Dort sind wir dann in Hurricane Hole gelandet. Das war sicher ein toller Ort, wenn irgendwo ein Hurrikan anrückt, da gibt es auch tolle Cocktails, aber ohne Hurrikan ist es hier unerträglich! Das liegt ganz einfach daran, dass der sonst beinahe überall anwesende Passatwind trotz erheblicher Temperaturen das Klima eigentlich immer angenehm macht, ohne Wind wirds aber echt warm!
Sind die Wolken vielleicht aus dem Schlot? Schwitzen ist hier angesagt!

7. St. Lucia - Martinique: Zurückgekehrt in den Ausgangshafen, fühlte man sich der Zivilisation mal wieder ein Stück näher, der französische Einfluss macht sich bei näheren Hinsehen doch irgendwie bemerkbar. Damit ist nicht der McDonalds gemeint, den wir jetzt zwei Wochen gar nicht mehr gesehen haben.
McDonalds ist einfach ... überall! Und Musik gibts hier auch noch!

Ein- und Ausreiseformalitäten: Wie andere Länder auch, achten diese oft respektlos als "Bananenrepublik" bezeichneten Länder auch auf Ein- und Ausreiseformalitäten, obwohl die gerade hier gar nicht so einfach zu kontrollieren sind.
Ne ganze Menge auszufüllen! Auf diesen Formularen gab es einiges auszufüllen. Dieses hier z.B. wollte wissen, wieviele Waffen und Munition sich denn so an Bord befinden. Wir hätten wahrscheinlich auch am Flughafen ein paar Probleme gehabt, diese Dinge so einfach mitzunehmen.
Andere fragten auch ungeniert nach Drogen, würde mich mal interessieren, wieviele Einreisende diese Frage mit einem klaren "JA" incl. der geforderten Mengenangaben deklariert haben?!
Lustig war es dann schon, wenn man den weiteren Verbleib der fleissig ausgefüllten und mehrfach abgestempelten Formulare sah: die lagen in der Ecke des zuständigen Büros und stapelten sich da bis zur Decke.
Ne ganze Menge auszufüllen


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